Berichten von Administratoren zufolge laufen seit dem Dienstag die IT-Support-Leitungen heiss, weil Windows-10-Rechner nicht mehr ins Netz kommen. Das Symptom ist bei allen Rechnern gleich: Sie sind so konfiguriert, dass sie die IP-Adresseinstellungen per DHCP anfordern, aber den Boot-Vorgang ohne gültige IP-Adresse abschließen, obwohl der DHCP-Server nachweislich korrekte Daten liefert. Am Ende greift sich ein solcher Rechner gemäß der APIPA-Spezifikation selbst eine IPv4-Adresse aus dem Bereich 169.254.x, kommt damit aber mangels passendem Gateway auch nicht ins LAN oder Internet. Vor allem die englischsprachige Microsoft Community klagt über dieses Problem. Es sei „von einem Tag auf den anderen aufgetreten“, ein Zusammenhang mit einem Windows-Update sei nicht ersichtlich. Betroffen sind aber nur Windows-10-Rechner, und zwar unabhängig von der Hardware-Konfiguration und der Art der Netzwerk-Verbindung (z. B. LAN oder WLAN).

Microsoft räumt das Problem seit dem 8.12.2016 ein und hat auch eine Umgehung des Problems parat, aber die Ursache scheint weiterhin unklar. Am 9.12. hatte Microsoft zwar ein Cumulative Update for Windows 10 Version 1607 und Windows Server 2016 veröffentlicht, doch dort ist weder von der Problemstellung noch von der Lösung zu lesen. Eine direkte Abhilfe wäre damit natürlich ohnehin nicht möglich, weil betroffene Computer gar nicht erst ins Internet kommen, um etwaige Bugfixes zu beziehen.

Es gibt jedoch etliche Methoden, das Problem zumindest zu umgehen. Die schnellste und einfachste: Den Windows-10-Rechner bei gedrückter Shift-Taste neu starten (alternativ in der Windows-Eingabeaufforderung shutdown /r /f /t 0 eingeben). Ohne Neustart geht es, wenn man die IP-Konfiguration als Administrator in der Kommandozeile zurücksetzt:

ipconfig /release

ipconfig /renew

Die Ursache könnte in der Schnellstart-Prozedur von Windows 10 stecken, respektive in fehlerhaftem Caching der IP-Konfiguration oder fehlerhafter Behandlung von abgelaufenen DHCP-Leases. Darauf deutet hin, dass das Abschalten der Schnellstart-Option hilft. Dahinter dürfte auch die Erklärung stecken, warum das Problem in manchen Umgebungen überhaupt nicht auftritt: Administratoren, die auf den von ihnen betreuten Rechnern die Schnellstart-Option abgeschaltet haben, merken nichts von diesem Problem.

(Quelle: Heise)