Bei der Ankündigung des Creators Update im Oktober des vergangenen Jahres rief Microsoft „3D for everyone!“ und sprach mit seiner Präsentation ausdrücklich Kreative als Zielgruppe an. Für Grafik-Profis stellte Microsoft den All-in-One-PC Surface Studio ins Rampenlicht [1], für Privatanwender die Zeichen-App Paint 3D, die im Creators Update serienmäßig enthalten ist. Diese moderne Kachel-App soll die Nachfolge des altehrwürdigen Microsoft Paint antreten und dazu noch spaßige 3D-Funktionen bieten. Ob der Plan aufgeht, klärt der Test der neuen App auf Seite 151.

Namensgebend für das Creators Update sind ein paar neue 3D-Apps, allen voran Paint 3D: Ein derzeit noch in den Kinderschuhen steckender App-Ersatz für das althergebrachte (und nach wie vor enthaltene) MS Paint, das zudem einfache 3D-Malereien erlaubt. Vor allem aber bringt die auch als „Version 1703“ und „Redstone 2“ bekannte Ausgabe einen Haufen an Detailänderungen, und viele davon können das Arbeiten mit Windows 10 im Alltag ein wenig entspannter machen.

Neu in Version 1703

Der „Nachtmodus“ verringert die Farbtemperatur der Bildschirmdarstellung und soll damit in den Abendstunden für eine entspanntere Nutzung sorgen. Auf Wunsch kann er sich zwischen Sonnenunter- und -aufgang automatisch einschalten. Wer seine Bildschirmsperre mit einer PIN versehen hat und diese auf dem Ziffernblock eintippt, muss dabei nicht mehr auf den „NumLock“-Status achten.

Den bordeigenen Virenwächter Defender hat Microsoft zusammen mit der Ansicht „Wartung und Sicherheit“ in das neue „Windows Defender Security Center“ verfrachtet. Das Verbinden mit einem VPN muss nicht mehr in den Einstellungen geschehen, sondern funktioniert direkt aus dem Schnellzugriffsmenü des Icons im Infobereich der Taskleiste. Auch Verbindungen zu einem LAN lassen sich nun zudem als getaktete Verbindung festlegen.

Im WinX-Menü (aufzurufen durch Windowstaste+X oder Rechtsklick auf dem Startmenü-Knopf) hat Microsoft einige Einträge ausgetauscht. Das ist nicht immer hilfreich – die jeweiligen Funktionen der klassischen Systemsteuerung sind aber durchaus noch enthalten, müssen aber aufwendiger aufgerufen werden. Der Webbroswer Edge bekommt mit dem Creators Update EPUB-Kompatibilität um E-Books anzeigen zu können und eine Funktion, offene Tabs eines Fensters zum späteren Lesen beiseite zu legen.

Die Darstellung diverser älterer Systemtools erschien bislang verpixelt oder verwaschen, wenn die Bildschirmskalierung von 100 Prozent abweicht. Das ist nun behoben; zudem soll ein neuer Skalierungsmodus in den Kompatibilitätseinstellungen eines Programms älteren Programmen zu einer stimmigen und dennoch scharfen Darstellung verhelfen. Und: Der Registry-Editor hat eine Copy&Paste-fähige Adresszeile bekommen.

Einer der größten Kritikpunkte an Windows 10 betrifft den laxen Umgang mit dem Thema Datenschutz. Hier will der Konzern mehr Transparenz schaffen: Die seit Anbeginn heftig kritisierte Schaltfläche für „Express-Einstellungen“ bei der Ersteinrichtung von Windows 10 ist verschwunden; der Anwender bekommt fünf Schalter zu sehen, deren Ausschalten den Komfort einschränkt, aber den Datenschutz verbessert.

In der App für Einstellungen gibt es ein paar Aufräum-Maßnahmen. Die fallen direkt auf: Es gibt nun nicht mehr neun, sondern elf Hauptkategorien. In „Apps“ finden sich nun die Funktionen zum Deinstallieren von klassischen Programmen und modernen Apps, die Einstellungen für Standardprogramme und ähnliches.

… und es gibt noch viele kleinere neuerungen unter „der Haube“.