Design
Mit dem Windows 10 Fall Creators Update bessert Microsoft wieder einmal beim Startmenü nach. Dessen Größe kann jetzt nicht nur vertikal und horizontal, sondern auch diagonal angepasst werden. Zieht man das Startmenü auf diese Art größer, entfällt das bislang etwas hakelige Vergrößern auf ein breiteres oder höheres Format. Die Größenanpassung ist zwar immer noch nicht stufenlos und richtet sich nach den Kacheln im Startmenü, da sich der Hintergrund beim Ziehen zunächst mitverschiebt wirkt diese aber deutlich eleganter. Ebenfalls angenehmer fallen im Windows 10 Fall Creators Update die Scroll-Balken aus, welche sich auf eine sehr schmale Ansicht minimieren, wenn man nicht gerade mit der Maus darüber fährt. Der deutlich schönere Scroll-Effekt findet sich neben dem Startmenü auch in anderen neueren Systemmenüs, wie etwa den Windows-Einstellungen. Im Datei-Explorer, der Systemsteuerung und anderen „älteren“ Systemprogrammen fehlt der Effekt allerdings.

Kontakt Symbol in der Taskleiste (Kontakte Hub)
Über den neuen Kontakte-Hub in der Taskleiste hat man Zugriff auf Kontakte, die entweder aus der Windows-Kontakte-App (und damit z. B. auch aus Exchange Online) oder aus ver­bund­enen Apps wie Skype kommen. So kann man etwa direkt eine Nachricht mit Skype oder eine E-Mail versenden. Auch lassen sich Miniversionen von verbundenen Apps wie Skype öffnen (siehe Screenshots unten).
Teilen per Drag & Drop
Hat man einen Kontakt entsprechend eingestellt, ist es möglich, Dateien per Drag & Drop über die ausgewählte App direkt an diesen zu schicken. Mit Skype geht das ganz ohne Zwischenschritt. Bei E-Mails öffnet sich zunächst ein Editor-Fenster, in welchem man dann auf Wunsch noch einen Nachrichtentext eingeben kann.
Dateifreigabe über das Kontextmenü
Um Dateien zu teilen, muss man in Windows 10 künftig aber nicht unbedingt den Kontakte-Hub auf der Startleiste nutzen. Die dafür zum Einsatz kommenden Mini-Nachrichtenfenster zum Schnellversand von Nachrichten, E-Mails etc. nutzt Microsoft auch für eine neue Teilen-Funktion im Kontextmenü. Nach einem rechten Mausklick auf eine Datei kann man darüber einfach einen Kontakt auswählen oder bestimmte Apps öffnen, mit denen man die Datei verschicken möchte. Bis das vereinfachte Teilen mit allen gängigen Apps wie Facebook, Twitter oder dem Whatsapp-Client möglich ist, wird es jedoch noch eine Weile dauern, da diese Apps erst an die entsprechenden Spezifikationen von Microsoft angepasst werden müssen.

Energie Optionen
Stromverbrauch und Helligkeit anpassen
Über einen Link kommt man zu den Akku-Einstellungen um etwa den Schwellenwert für den Stromsparmodus anzupassen. Fällt der Akkustand unter diesen Wert, schränkt Windows 10 automatisch Hintergrundaktivitäten und Push-Benach­richti­gungen ein, um den Akkuverbrauch zu senken. In Verbindung mit dem über das Flyout-Menü ebenfalls verfügbaren Schalter für die Bild­schirm­helligkeit wird das Energie­manage­ment mit dem Herbst-Update also deutlich komfortabler.
Bei batteriebetriebenen Geräten wie Tablets und Notebooks kann man im Windows 10 Fall Creators Update per Mausklick oder Fingertipp ein Flyout-Menü mit Energieeinstellungen hervorzaubern. Dort zeigt Windows den aktuellen Ladestand des Akkus an und erlaubt über einen Regler das Setzen der Systemleistung auf Maximal oder die Reduzierung selbiger für eine längere Akkulaufzeit.
Energiesparpläne gibt es weiterhin
Für Verwirrung dürften allerdings die parallel weiterbestehenden Energiesparpläne in der Systemsteuerung sorgen, welche man aus unverständlichen Gründen nicht über das Flyout-Menü erreichen kann. Diese sind jedoch für optimale Akkunutzung deutlich wichtiger als der Schieberegler. Per Rechtsklick auf das Batteriesymbol kommt man aber weiterhin an die entsprechende Stelle in der Systemsteuerung.

Microsoft Edge
Beim immer noch recht unbeliebten Edge-Browser hat Microsoft ebenfalls Hand angelegt. Dieser kann jetzt, wie schon der Internet Explorer, endlich Webseiten auf der Taskleiste anpinnen. Auf ein Flyout-Menü für derart auf der Taskleiste abgelegte Edge-Lesezeichen wie beim Internet Explorer muss man aber genauso verzichten wie auf das einfache Anpinnen per Drag & Drop. Vielleicht baut Microsoft die Funktion noch aus, bis sie genauso gut oder noch besser als beim Internet Explorer ist.
Edge kann jetzt vorlesen
Ein wirklich tolles neues Edge-Feature, z. B. für Sehbehinderte, ist aber die automatische Vorlesefunktion, welche auch für PDFs funktioniert. Diese kann man für markierten Text per Rechtsklick oder über das Menü für die gesamte Seite aktivieren. Anschließend ist über eine eingeblendete Toolbar die Einstellung der Sprechgeschwindigkeit und der zum Einsatz kommenden Stimme möglich.
Edge ist jetzt eine echte Adobe Acrobat Reader Alternative
Der PDF-Viewer wurde ebenfalls verbessert. Er kann jetzt auch E-Books im EPUB-Format darstellen, was besonders Tablet-Nutzer schätzen werden, und unterstützt neuerdings PDF-Inhaltsverzeichnisse sowie die Formular-Eingabe. Die für Webseiten vorhandene Markierfunktion mit Malstift und Textmarker sowie das Screenshot-Tool bzw. eine Speicher­funktion stehen jetzt auch für PDFs zur Verfügung. Für das Gros der Anwender dürfte Edge damit externe PDF-Reader sicherlich obsolet machen.

OneDrive
Online, offline oder synchronisiert
Für Onedrive-Dateien stehen dem Anwender künftig drei Speichermodi zur Verfügung, welche durch drei verschiedene Symbole erkennbar sind. Dateien die nur online verfügbare sind, erkennt man an einem blauen Wolkensymbol. Ein grüner Kreis mit Haken steht für lokal verfügbare Dateien, etwa solche, die auch durch Löschen in der Cloud erhalten bleiben sollen. Ein einfacher grüner Haken steht für alle anderen heruntergeladenen Dateien. Über das Kontextmenü kann man die Speicherregel bequem für mehrere Dateien und Ordner gleichzeitig ändern.

Cortana
Auch an der Sprachassistenten Cortana wurde gearbeitet. Statt in einem gesonderten Menü in der Cortana-App findet man die Cortana-Optionen jetzt in einem neuen Teilbereich in den Windows-Einstellungen. Das Rädchensymbol im Cortana-Menü hat Microsoft nicht entfernt. Es leitet den Anwender jedoch künftig in die Windows-Einstellungen um. Da Microsoft Cortana künftig noch stärker mit Windows verzahnen will, ist dieser Schritt sicher sinnvoll. In der Cortana- bzw. Windows-Suche hat Microsoft darüber hinaus eine Schnellanzeige von Bing-Suchergebnissen integriert. Bislang zeigte Windows 10 bei Suchen lediglich themen­verwandte Suchvorschläge in Form von anklickbaren Stichworten an, welche dann eine Bing-Suche in Microsoft Edge öffneten.

Bildschirm-Tastatur
Neue Eingabemöglichkeiten gibt es beim Windows 10 Fall Creators Update ebenfalls. Die Bildschirmtastatur wurde überarbeitet und bietet neben dem per Wischgesten-Eingabe nutzbaren Word-Flow-Keyboard eine Miniversion, die sehr der Tastatur von Windows 10 Mobile ähnelt. Die einzelnen Eingabemöglichkeiten sind darüber hinaus wie Fenster frei auf dem Bildschirm platzierbar. Wer das nicht möchte, kann auch eine klassisch unten angedockte Tastatur verwenden, die per Fingertipp auf das Tastatursymbol aktiviert oder versteckt werden kann. Keine Smiley-Akrobatik mehr am Desktop
Praktisch für Anwender mit Hardware-Tastaturen und ohne Touchscreen ist das mit dem Windows 10 Fall Creators Update eingeführte Smiley-Panel. Dieses kann man durch die Tastenkombination „Windows + .“ immer dann hervorzaubern, wenn der Cursor gerade in einem Eingabefeld blinkt.

Sicherheit
Das Windows 10 Fall Creators Update brint wichtige Neuerungen für den Schutz mit. Diese finden sich etwas versteckt im „Windows Defender Security Center“. In der App-&-Browser-Steuerung findet man dort den neuen Exploit-Schutz, mit dem man kritische Systembereiche für bestimmte Anwendungen sperren kann. Neu ist der Ransomware-Schutz, den Microsoft in Reaktion auf die zahlreichen Ransomware-Attacken wie WannaCry, NotPetya etc. entwickelt hat. Diesen findet man nach einem Klick auf das Schildsymbol im Viren-&-Bedrohungsschutz unter dem Namen „Überwachter Ordnerzugriff“. Dort kann man beliebige lokale Ordner hinzufügen, die daraufhin wie in einer Art Sandbox vor dem Zugriff nicht explizit autorisierter Apps und damit vor Ransomware geschützt sind, welche die Daten auf dem Rechner verschlüsseln will.

Smartphone mit dem PC koppeln
Ab dem Windows 10 Fall Creators Update kann man Android- und iOS-Smartphones mit dem Rechner koppeln. Die neue Funktion befindet sich in den Windows-Einstellungen, wo man die Telefonnummer des gewünschten Geräts eingeben und damit die Kopplung aktivieren kann.

Zum Verbinden des Windows-10-PCs mit dem Smartphone wird eine SMS an das Gerät gesendet, über die dann die Anwendung „Microsoft Apps“ unter iOS oder Android installiert werden kann, welche anschließend mit dem entsprechenden Microsoft-Konto verbunden werden muss. Über derart verbundene Smartphones kann man über eine Teilenfunktion im mobilen Browser eine geöffnete Webseite an den PC schicken, und auch das Beantworten von SMS am PC wird damit möglich. (winfuture)

Windows 10 1709 Fall Creators Update ist seit dem 17.10.2017 verfügbar.