Forscher des Sicherheitsanbieters Exploitee haben zahlreiche zum Teil schwerwiegende Sicherheitslücken in NAS-Produkten von Western Digital entdeckt. Davon betroffen ist einem Blogeintrag zufolge die komplette MyCloud-Produktreihe. Unter anderem ist es möglich, die Passwortabfrage zu umgehen und ohne gültige Anmeldedaten auf die Netzwerkspeicher zuzugreifen.

Der Fehler steckt in PHP-Skripten, die Western Digital benutzt, um zu überprüfen, ob ein Nutzer angemeldet ist. Eine Methode in diesen Skripten erlaubt es, Argumente zu einer Funktion hinzuzufügen, die wiederum einen Nutzer ohne Passwortabfrage zu einem angemeldeten Nutzer macht. Exploitee kritisiert in dem Zusammenhang, dass die Prüfung, ob der Nutzer bereits angemeldet ist, nur anhand der IP-Adresse und einem Log-in-Timeout erfolgt.

13 weitere Bugs sollen es nicht autorisierten Nutzern erlauben, aus der Ferne Schadcode einzuschleusen und auszuführen. Bei weiteren 70 Schwachstellen sei dies nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Diese Anfälligkeiten könnten jedoch mithilfe der Log-in-Bypass-Lücke ebenfalls ohne Eingabe eines Nutzernamens oder Passworts ausgenutzt werden.

Eine weitere Schwachstelle kann benutzt werden, um aus der Ferne beliebige Dateien auf einem MyCloud-NAS abzulegen. In ihrem Blogeintrag liefern die Forscher sogar den zugehörigen Exploit-Code. „Der obige Code enthält keinerlei Prüfungen für eine Anmeldung und, wenn aufgerufen, wird er einfach die hochgeladenen Dateiinhalte in dem vom Nutzer angegebenen Verzeichnis ablegen.“

Der jetzt veröffentlichte Log-in-Bypass wurde mit einem kürzlich bereitgestellten Software-Update von Western Digital eingeführt. Exploitee zufolge sollte dieses Update einen anderen Log-in-Bypass beseitigen, zu dem die Forscher nun ebenfalls Beispielcode veröffentlicht haben.

Die mehr als 80 Sicherheitslücken sind derzeit ungepatcht. „Normalerweise versuchen wir mit Anbietern zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass Anfälligkeiten korrekt veröffentlicht werden“, ergänzten die Forscher. Im vergangenen Jahr habe man jedoch auf der Sicherheitskonferenz Black Hat in Las Vegas von Western Digitals schlechtem Ruf erfahren, und dass das Unternehmen die Schwere gemeldeter Fehler ignoriere. Deswegen habe man sich entschlossen, vor Veröffentlichung von Patches an die Öffentlichkeit zu gehen, um die Nutzer auf die Fehler aufmerksam zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, die öffentlichen Zugänge zu ihren Geräten zu schließen und, wo immer möglich, Zugriffe einzuschränken. „Deswegen machen wir unsere gesamte Forschung öffentlich und hoffen, dass dadurch Patches für die Geräte der Nutzer beschleunigt werden.“

(Quelle: zdnet.de)

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