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Die mobile PostFinance-Bezahllösung «Twint» und das SIX-Gegenprodukt «Paymit» verhandeln derzeit über einen möglicherweise künftig gemeinsamen Weg.

Mit am Tisch sitzen neben PostFinance und SIX auch die Mitinitianten Credit Suisse, Coop, Migros, UBS, Raiffeisen, Swisscom und die Zürcher Kantonalbank. Erste Ergebnisse vom Verhandlungstisch werden für Anfang Mai erwartet. Vorerst werden aber sowohl Twint wie auch Paymit normal weitergeführt und unabhängig voneinander weiterentwickelt.

Bei einem möglichen Zusammenschluss ist insbesondere die Frage interessant, welche der beiden Lösungen bei einem Zusammenschluss überleben wird. Derzeit in Bekanntheit womöglich Spitzenreiter dürfte die PostFinance-Lösung Twint sein, welche seit Wochen mit einer gross angelegten Werbekampagne landesweit beworben wird. Ausserdem sind die prominenten Beacons an den Kassen der Detaillisten ebenfalls gute Marken-Botschafter für die PostFinance-Lösung. Paymit scheint derweil bereits bekannter für die Geld-Überweisungsmöglichkeit zu sein. Möglich wäre auch, dass Twint mit der Software von Paymit weiterlaufen würde — also ein Mix zwischen den beiden Lösungen statt die eine komplett einzustampfen.

Mit dem möglichen Zusammenschluss der beiden derzeitigen Platzhirsche rückt eine einheitliche Schweizer Lösung in Reichweite. Eine gemeinsame möglichst flächendeckende und kanalübergreifende mobile Bezahllösung wird nun insbesondere deshalb angepeilt, weil es immer mehr Gerüchte um den Markteintritt von Apple und Co. gibt.

Bereits seit Januar 2015 ist «Apple Pay» in der Schweiz als Marke registriert. Vor zwei Monaten wurde die Marke nun aktiviert. Ob dies jedoch nun bedeutet, dass der Apple-Bezahldienst in Kürze auch in der Schweiz an den Start gehen wird, ist damit längst nicht zwingend. Auch Google hegt entsprechende Ambitionen und hat erst kürzlich seinen Bezahldienst mit der Lancierung in Grossbritannien nach Europa gebracht. Auch wenn sie dies so direkt nicht zugeben wollen, bereiten sich die lokalen Anbieter auf die IT-Riesen aus den USA vor.

Dem Apple-Bezahldienst wird in der Schweiz dank der hohen iPhone-Verbreitung und der technik-affinen Bevölkerung gute Chancen eingeräumt. «Apple Pay» wurde im Herbst 2014 in den USA lanciert und ist mittlerweile auch in Grossbritannien, China, Australien und Kanada verfügbar. Für die nächsten Monate wird auch ein Start in Spanien erwartet — Gerüchten zufolge soll der Dienst auch bald in Frankreich und weiteren Europäischen Märkten lanciert werden.

Macht es wirklich Sinn einen eigen Bezahldienst in der Schweiz aufzubauen?
Mit ApplePay kann man Weltweit bezahlen.