Laut dem Schriftstück kannte die NSA 2011 eine Hintertür zu Juniper-Produkten. Ob sie sie selbst dort eingeschmuggelt hat und wie, lässt sich daraus nicht erschließen. Das belegt ein Dokument aus dem Jahr 2011, das aus dem Fundus von Edward Snowden stammt und das The Intercept vorgelegt hat. Die Hintertür ermöglicht Dritten Administrator-Zugriff und das Belauschen von VPN-Verbindungen.

Von der diesen Monat beseitigten Hintertür sind die ScreenOS-Versionen 6.2.0r15 bis 6.2.0r18 sowie 6.3.0r12 bis 6.3.0r20 betroffen. Sie kommen auf Junipers Firewall- und VPN-Appliances der NetScreen-Reihe zum Einsatz. Diese Modelle sind nicht weit verbreitet, werden aber für hochsichere Unternehmenskommunikation genutzt.
Fehlverhalten kann man der NSA aufgrund der neuen Erkenntnisse nicht vorwerfen. Es ist nicht unmittelbare Aufgabe des Geheimdiensts, Sicherheitsanbieter über Lecks zu informieren. Genau dies hätte aber in ihrem eigenen Interesse gelegen, sollte die ihr bekannte Lücke von einer feindlichen Macht platziert worden sein. Nachdem keine Meldung erfolgte, kann man immerhin vermuten, dass der Backdoor-Code von der NSA selbst oder einem befreundeten Geheimdienst stammte.

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