Eine neue Version der Locky-Ransomware kann jetzt auch Rechner ohne Internetverbindung verschlüsseln. Die Offline-Variante hat für die Opfer immerhin einen kleinen Vorteil.
Sicherheitsforscher von Avira haben eine neue Version des Erpressungstrojaners Locky entdeckt. Die Variante wurde am 12. Juli erstmals gefunden und enthält einige Änderungen, die es Administratoren schwerer macht, Rechner abzusichern.
Denn zuvor musste Locky stets mit Command-and-Control-Servern kommunizieren, um die benötigen Schlüssel zum Verschlüsseln der Dateien abzurufen. „Ein Systemadministrator konnte alle Verbindungen zu den bekannten Command-and-Control-Servern blockieren und so eine Verschlüsselung des Systems verhindern. Diese Tage sind vorbei“, sagt Moritz Kroll von Avira. „Locky hat jetzt die Chance für potentielle Opfer verringert, sich effektiv zu schützen“.

Verschlüsselung nach ein bis zwei Minuten

Wenn Locky in der neuen Variante nicht in der Lage sei, einen Server zu erreichen, weil der PC nicht im Netzwerk ist oder der Zugriff per Firewall-Regel unterbunden ist, schalte Locky sich in den Offline-Modus. Das könne bereits nach ein bis zwei Minuten geschehen, schreibt Avira.
Selbst wenn ein Administrator den versuchten Zugriff auf die Server in den Logdateien bemerkt, gibt es also nur ein kurzes Zeitfenster, um den PC vorsorglich abzuschalten. Wird der PC dann verschlüsselt, gibt es allerdings einen Lichtblick: Alle PCs, die mit der Offline-Version verschlüsselt wurden, nutzen den gleichen Key.
Wenn also ein Betroffener den Entschlüsselungs-Key erhält, kann dieser bei allen Offline-Opfern eingesetzt werden. Bei ihnen wird die ID aus 32 Buchstaben und Zahlen gebildet und nicht, wie sonst üblich, als Hexcode. Locky hatte zwischenzeitlich mehr als 5.000 Rechner pro Stunde allein in Deutschland verschlüsselt. Über den Verbreitungsweg schreibt Avira nichts, F-Secure berichtet aber von vermehrter Botnetz-Aktivität beim Spam-Versand.

Ein effektiver Schutz bietet Sophos Endpoint Advanced.