Wer bislang unter iOS eine PDF-Datei im CMYK-Farbraum erhielt, ärgerte sich über die merkwürdige Darstellung und verschobene Farben.
Die für das Display notwendige Umrechnung nach RGB führte das Mobilbetriebssystem ohne entsprechender Farbprofile durch, sodass Farben meist zu kräftig und unnatürlich wirkten. Mit iOS 9.3 hat sich das geändert.

Die überarbeitete Grafikengine Quartz 2D verbessert somit die PDF-Darstellung in allen Apps, die das PDFKit-Framework verwenden, zum Beispiel in Mail, Safari, iBooks und in externen Programmen wie PDF Expert 5. Die Verwendung von Adobes Acrobat-Reader-App, die dank eigener Routinen schon zuvor mit CMYK besser zurecht kam, ist für diesen Anwendungsfall also nicht mehr notwendig.

Auch bei CMYK- und RGB-Bilddateien im JPG- oder TIFF-Format berücksichtigt iOS 9.3 eingebettete Farbprofile, wie sich im Test auf einem iPad Air 2 und dem iPad Pro zeigt. Lediglich unser altes iPad 3 ignorierte in der Mail-App die RGB-Profile und zeigte alle Bilder im sRGB-Farbraum an. Erst beim Bearbeiten in der Fotos-App war die Darstellung korrekt. Offenbar benötigt man ein leistungsstärkeres iPad für konsequentes Farbmanagement.

Eine Ausnahme sind allerdings Dateien im PDF/X-Format, wie sie beispielsweise Adobe InDesign exportiert. Hier ignorieren sowohl OS X als auch iOS das in der PDF angegebene Ausgabemethodenprofil (Output Intent) und greifen auf das Farbprofil „Generic CMYK“ zurück.

(Quelle: http://www.heise.de)