Es wurde eine neue Schadsoftware für Android entdeckt, die zuletzt auch über den offiziellen Google Play Store vertrieben wurde. Wichtigste Aufgabe der HummingWhale genannten Malware ist die Verbreitung betrügerischer Werbeanzeigen. Der Nachfolger von HummingBad, das im vergangenen Jahr mehr als 10 Millionen Geräte infizierte, soll dies den Forschern zufolge sogar noch effektiver erledigen.

Die mehr als 20 mit HummingWhale infizierten Apps wurden im Play Store mehrere Millionen Mal heruntergeladen. Der Schadcode war unter anderem in Kamera-Apps für Android integriert. Allen Apps gemeinsam waren falsche chinesische Entwickler. Inzwischen sind sie nicht mehr in Googles Marktplatz erhältlich.

Aufmerksam wurden Forscher auf die Apps durch ihr fragwürdiges Verhalten beim Start. Eine genauere Analyse förderte schließlich eine mit 1,3 MByte ungewöhnlich große verschlüsselte Grafik-Datei namens „assets/group.png“ zutage. Sie enthält den eigentlichen Schadcode.

Die Installationsdatei der gefährlichen Apps wiederum dient nur als sogenannter Dropper, der weitere Apps herunterlädt und installiert. Der Dropper wiederum verwendet ein ursprünglich von Qihoo 360 entwickeltes Plug-in, um betrügerische Apps auf eine virtuelle Maschine zu laden. Das erlaubt es laut Check Point, weitere Apps auf einem Android-Geräte zu installieren, ohne zusätzliche Rechte einzufordern oder – wie HummingBad – ein Rootkit einzurichten. Zudem würden die gefährlichen Aktivitäten getarnt, was es den Hintermännern von HummingWhale erlaubt habe, die Sicherheitsvorkehrungen des Play Store zu umgehen. Außerdem könne HummingWhale so eine nahezu unbegrenzte Zahl von Apps installieren, ohne ein Gerät zu überlasten.

 

(Quelle: ZDNet)