Chinesische Geheimdienste stehen im Verdacht, sich als junge Mitarbeiter von Universitäten und Thinktanks auszugeben und zu diesem Zweck gefälschte Profile auf Social-Media-Plattformen aufzuschalten. Laut der «NZZ am Sonntag» nehmen sie so in Europa Kontakt zu Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf, um sie als Quellen zu gewinnen. Über die gefälschten Profile würden dann Forscher, Beamte und Politiker zum Know-How-Transfer nach China aufgefordert, wie laut der Zeitung westliche Nachrichtendienste vermuten.

«Der Nachrichtendienst des Bundes hat Kenntnis von Versuchen chinesischer Nachrichtendienste, über Internet-Plattformen wie Linkedin Informanten anzuwerben», sagte Sprecherin Isabelle Graber der «NZZ am Sonntag». Als Ziel der Annäherungsversuche kämen alle Personen mit Zugang zu für China interessanten Informationen infrage. «Das können Parlamentarier, Beamte und Armeeangehörige, aber auch Bankmitarbeiter, Akademiker und Mitarbeiter von Forschungseinrichtungen sein», sagte Graber der Zeitung weiter.

Es bestehe auch der Verdacht, dass chinesische Geheimdienste versuchten, Landsleute als Praktikantinnen und Praktikanten bei Schweizer Unternehmen, Forschungsanstalten und Universitäten unterzubringen. In der Schweiz sei China vor allem auf Know-how aus der Finanz-, Versicherungs- und Pharmaindustrie aus. (chk)