Nachdem Apple die verschiedenen Mac-Modelle (mit einer Ausnahme) seit mindestens einem Jahr nicht mehr aktualisiert hat — zum Teil sogar schon seit fast 3 Jahren nicht mehr — ist das Unternehmen zuletzt etwas in Verruf geraten, den Mac nicht mehr als wichtig zu erachten. Um dem entgegen zu wirken, hat sich Apple-CEO Tim Cook während der heutigen Keynote einigen Minuten über die Wichtigkeit des Macs geäussert.

Der Mac sei ein Beleg für alles, was Apple tue und erschaffe. Er sei wichtig für die ganze Welt — für das Bildungswesen, die kreativen Branchen, die Geschäftswelt und die Wissenschaft. Der Mac habe die Welt vorangebracht — und Apple bringe den Mac immerzu weiter voran. Zunächst einmal mit den neuen Betriebssystem-Versionen, wie erst kürzlich mit dem neuen macOS «Sierra» und seinen neuen Funktionen — und dann, so Cook weiter, auch mit den verschiedenen Neuentwicklungen und Innovationen, mit welchen Apple über all die Jahre das Notebook weiterentwickelt hat.

Apple wies auf der Bühne speziell darauf hin, dass in dieser Woche das erste PowerBook von Apple seinen 25. Geburtstag feierte. Das «PowerBook 100» wurde am 25. Oktober 1991 vorgestellt. Damit seien es nun «25 Jahre des Definieren und Neudefinieren, was ein Notebook ist und was ein Notebook kann».

Weiterhin mit einem 13- oder 15-Zoll Display verfügbar, haben die neuen Geräte ein überarbeitetes Design. Die neuen MacBook Pro — neu in «Silber» oder «Spacegrau» — sind die dünnsten und leichtesten Pro-Notebooks, welche Apple bisher auf den Markt gebracht hat. Das 13-Zoll-Modell ist neu nur noch 14.9 Millimeter dünn und wiegt 1.36 Kilogramm (gleich leicht wie ein 13-Zoll MacBook Air), das Modell mit 15-Zoll-Display ist neu nur noch 15.5 Millimeter dünn und 1.81 Kilogramm schwer. Beide Modelle waren zuvor 18 Millimeter dick und wogen knapp ein viertel Kilogramm mehr.

Das neue 13-Zoll MacBook Pro mit Touch Bar und Touch ID
Das Forcetouch-Trackpad des neuen MacBook Pro ist doppelt so gross wie das bisherige bereits grosszügige Trackpad. Die Tastatur basiert auf dem Schmetterling-Mechanismus, welchen Apple vor eineinhalb Jahren mit dem 12-Zoll MacBook erfunden und eingeführt hat. Für das MacBook Pro hat Apple diesen Mechanismus nochmals überarbeitet und in einer zweiten Generation für den professionellen Einsatz angepasst.

Gestatten, die «Touch Bar»
Wie in der Gerüchteküche im Vorfeld des heutigen Events erwartet, verfügt das neue MacBook Pro über keine Funktionstaten mehr. Seit den Mainframe-Terminals vom Beginn der 1970er-Jahre haben die Funktionstasten die Computer-Nutzer begleitet. Mit dem neuen MacBook Pro möchte Apple diesen eigentlich antiquierten Tasten neues Leben einhauchen — und hat sie dazu entfernt. Stattdessen gibt es einen hochauflösenden Retina-Multitouch-Display an deren Stelle. Die Leiste, von Apple «Touch Bar» genannt, ersetzt die physikalischen Tasten mit dynamisch anpassbaren Schaltflächen. Die zuletzt auf den Funktionstasten gefundenen System-Funktionen — plus eine «Taste» für Siri — sind weiterhin verfügbar. Darüber hinaus kann die Touch Bar von jeder App mit kontext-basierten Tasten ausgerüstet werden. Beispielsweise beim Verfassen von Texten können QuickType-Vorschläge oder Formatierungs-Vorlagen, oder beim Benutzen eines Programms die am meisten benutzten Funktionen angeboten werden.

Wer auf die Funktionstasten nicht verzichten will, kann über die fn-Taste des MacBook Pro die «alten» Funktionstasten einblenden.

Rechts neben der Leiste befindet sich der Einschaltknopf des neuen MacBook Pro. Dieser — neu aus Saphir Glas — beinhaltet auch einen «Touch ID»-Fingerabdrucksensor. Darüber kann man sich am Mac anmelden, Apple-Pay-Käufe autorisieren oder Passwörter eingeben. Für die sichere Speicherung dieser sensiblen Daten kommt das neue MacBook Pro mit dem neuen «T1»-Prozessor, der eine Secure Enclave enthält.

Die Nutzer des MacBook Pros können die auf der Touch Bar darstellten Schaltflächen nach Belieben anpassen — ähnlichen den Schaltflächen in den Symbolleisten von Mac-Apps. Mit einem Xcode-Update können Entwickler können ihre Apps für die Touch Bar anpassen.

Besseres Retina-Display
Auch beim Display hat Apple Verbesserungen vorgenommen. Laut den Aussagen während der Keynote ist das Retina-Display um 67 Prozent heller und bietet 67 Prozent mehr Kontrast. Ausserdem kann es 25 Prozent mehr Farben darstellen (P3-Farbraum). Gleichzeitig braucht das Display weniger Strom und ist dünner gebaut.

Das 15-Zoll MacBook Pro kommt in jeder Konfiguration mit einem Quad-Core Intel «Core i7» der neuesten Skylake-Prozessorengeneration. Der CPU stehen superschnelle 2133 MHz Arbeitsspeicher bei und eine AMD «Radeon Pro»-Grafikkarte der Polaris-Generation (14nm) mit bis zu 4 GB Video-RAM. Die Grafikkarte soll 2.3 mal schneller sein als die Grafikkarte der letzten MacBook Pros. Auch der Flash-Speicher wurde aufgebohrt, neu mit 3.1 GB pro Sekunde — laut Apple ist der Speicher bis zu 50 Prozent schneller als bisherige SSDs. Möglich sind Konfigurationen mit bis zu 2 Terabyte.

Produkt-Video zum neuen MacBook Pro
Beim 13-Zoll MacBook Pro sind i5 oder i7 Dual-Core-Prozessoren verbaut, ebenfalls mit dem neuen schnellen 2133 MHz RAM. Als Grafik steht dem 13-Zoll MBP eine integrierte Intel Iris Graphics mit 64 MB eDRAM zur Verfügung, beim Speicher ebenfalls 3.1 GB/s SSDs.

Beide Modelle kommen mit einem Kopfhöreranschluss (analog & digital) sowie je 4 Thunderbolt-3-Buchsen daher. Diese im USB-Type-C-Anschluss gehaltenen Anschlüsse unterstützen Datentransfers bis zu 40 Gigabit pro Sekunde (Thunderbolt 3) oder USB 3.1 mit 10 Gb/s. Der universelle Anschluss kann (bei allen vier Buchsen) neben Thunderbolt und USB auch für DisplayPort, HDMI oder VGA sowie für das Akku-Aufladen genutzt werden.
«Mit keinem anderen Notebook möglich» — Gleichzeitig zwei 5K-Displays und zwei grosse RAID-Systeme an vier Thunderbold-3-Anschlüssen betreiben

Keine neuen MacBook Air, kein neues Apple-Display
Nicht gezeigt hat Apple heute Abend neue Displays. Anstelle dessen zeigte das Unternehmen den zusammen mit dem Display-Spezialisten LG entwickelte «LG Ultrafine 5K»-Display, welcher optimal für die Nutzung mit dem neuen MacBook Pro entworfen wurde. Das Display verfügt ähnlich den bisherigen Displays von Apple über ein Anschlüsse-Hub (3x Thunderbolt), Lautsprecher und Mikrofon, und kann über nur ein Thunderbolt-Kabel am MacBook Pro angeschlossen werden. Dank der Grafikleistung der neuen MacBook Pro können gar zwei 5K-Displays am Notebook angeschlossen werden — zusätzlich zum bereits hochauflösenden Display im MacBook Pro selbst.

Nicht aktualisiert werden die MacBook Air — laut Apple aus dem Grund, dass beispielsweise das 13-Zoll MacBook Pro neu kompakter ist als das 13-Zoll Air-Pendant. Konkret um 12 Prozent dünner (17mm vs. 14.9mm) und auch bezüglich dem Volumen.

Apples aktuelles Notebook-Lineup besteht entsprechend neu aus dem 12-Zoll MacBook («Das portabelste aller MacBooks»), dem neuen 13-Zoll MacBook Pro und dem 15-Zoll MacBook Pro («Das leistungsfähigste aller MacBooks»). Das 13-Zoll MacBook Air, sowie je ein 13- und 15-Zoll MacBook-Pro-Modell der bisherigen Generation bleiben zusätzlich weiterhin im Sortiment. Das 11-Zoll MacBook Air wird nicht weiter verkauft.

(Quelle: Macprime)

macbookpro_x346
Das neue Macbook Pro bringt viele neue Funktionen mit sich.
Hier geht es zu den Macbooks.